Wasserfahrrad

Wasserfahrrad: Die perfekte Verbindung aus Fahrrad und Boot

Es hat mich schon lange beschäftigt, die Antriebstechnik von Fahrrädern mit einem leichten Boot zu kombinieren. Aber es hat bis Anfang 2018 gedauert, bis daraus ein konkretes Projekt wurde, dass ich gemeinsam mit einem befreundeten Ingenieur ins Leben gerufen habe. Genau genommen sind daraus schon 2 Projekte geworden: Die Entwicklung eines transportablen, zerlegbaren Einsitzers und eines familientauglichen Mehrsitzers.
Sobald die Prototypen ausgereift sind, wird es eine handwerkliche Kleinserienfertigung geben.


Der Einsitzer

Grundidee ist ein Wasserfahrrad, das für Tourenausflüge auf Seen -mit Einschränkung auch auf Flüssen – zum Einsatz kommen kann und mit geringem Aufwand transportfähig ist.

Rümpfe:
Unabdingbare Voraussetzungen für einen transportablen Bootsrumpf ist die Möglichkeit des „Kleinmachens“. Da für angemessene Fahreigenschaften eine gewisse Mindestlänge und für eine hohe Kippstabilität auch eine Mindestbreite erforderlich sind, bietet sich die Bauweise eines Katamarans (Zweirumpf-Boot) an. Um diesen auf Transportmaß zu bringen, sind luftgefüllte Rümpfe (Schlauchrümpfe) eine perfekte Basis. In der HPB-Szene (Human Powered Boats) gibt es diverse Bauarten, die auf Schlauchrümpfen aufbauen. Allerdings sind diese HPB’s Wettbewerbsgeräte bei denen grundlegende Unterschiede hinsichtlich der physikalischen Gegebenheiten zu einem Touren-Konzept bestehen: Insbesondere sind die Wettbewerbs-HPB dafür ausgelegt, aus der Verdrängung ins Gleiten zu kommen (Foil-Technik). Das ist ein faszinierendes Prinzip. Für ein Wasser-Fahrrad mit Toureneigenschaften ist die Foil-Technik jedoch nicht geeignet. Von daher sind Schlauchrümpfe, wie sie teilweise in der HPB-Szene verwendet werden leider für meinen Einsatzzweck nicht geeignet. Von daher habe ich mich tiefer in die Materie eingearbeitet und bin nun dabei eigene Inflatable-Rümpfe zu entwickeln.

Sitz und Sitzposition:
Ich habe Waterbikes gesehen, die mit einer konventionellen Fahrrad-Sitzposition mit Sattel und Lenker realisiert sind. Dabei liegt der Schwerpunkt sehr hoch und es gibt keine Möglichkeit, sich einfach mal zurückzulehnen und gemütlich dahinzutreiben. Für mich geht daher kein Weg an einer ergonomischen Liegerad-Sitzposition in Verbindung mit einer atmungsaktiven Sitzschale vorbei.

Aufbau:
Als Aufbau habe ich mich für ein Gestell aus Aluminiumrohren entschieden. Das Gestell wird zerlegbar sein und mit einfacher Technik mit den Rümpfen verbunden werden.
Antriebstechnik
Die Tretlagereinheit besteht komplett aus Fahrradkomponenten. Bei der Propellerwelle gibt es diverse Details zu entwickeln: z. B. flexible Lagerung (Ausweichbewegung) bei Grundberührung bzw. Landgang und Umlenkung des Antriebsmoments um 90 Grad. Auch die Gestaltung des Propellers ist ein Fachgebiet für sich.

Der Mehrsitzer
Auf dem Wasser sind Menschen gerne in Gesellschaft. Da ist es naheliegend, dass auch ein kleines pedalgetriebenes Wasserfahrzeug für das Mitfahren von mehreren Personen geeignet ist. Zwei Erwachsene mit ein bis zwei Kindern ist hier die Vorgabe für die Entwicklung. Unser Konzept sieht eine Katamaranbauweise mit zwei Pedal-Antriebseinheiten und Sitz- bzw. Liegeflächen zwischen den Rümpfen vor. Größe und Gewicht werden die Transportfähigkeit deutlich einschränken. Mit einem Bootsanhänger kann man dieses Wasserfahrrad allerdings  gut transportieren. Ansonsten ist es natürlich bestens für feste Standorte geeignet und wird auch für den Bootsverleih von Interesse sein. Wir werden auch darüber nachdenken, ob eine Version mit Elektro-Motor-Unterstützung machbar ist. Mehr wird im Moment noch nicht verraten …

Kauf-Interessenten
Derzeit kann ich noch keine Aussage über Preis und Produktionsbeginn machen. Interessenten können sich jedoch vormerken lassen und werden dann über den Entwicklungsstand informiert  –   h.koch(at)fahrrad-rat.de

Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es z. B. unter hpv-waterbikes>>