Huckepack-Optionen für PKW: Tipps für Fahrradträger

Um ein Fahrrad mit dem eigenen PKW mitzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Wenn der PKW über ausreichend Stauraum verfügt, kann es einfach im Kofferraum mitgenommen werden. In vielen Fällen ist allerdings ein spezieller Fahrradträger für den sicheren und komfortablen Transport die beste Lösung. Aufgrund spezieller Befestigungssysteme lassen sich Fahrradträger auf so ziemlich jedes Autodach oder am Heck des Fahrzeugs montieren und bieten je nach gewähltem Modell Platz für ein bis fünf Fahrräder.

Der eigene PKW ist dabei in vielen Fällen das Mittel der Wahl – doch über das Wie des Transports scheiden sich die Geister. Der folgende Ratgeber vergleicht deshalb die Möglichkeiten und klopft sie auf Praxistauglichkeit ab.

Um sein Bike zu weiter entfernten Startorten zu transportieren, gibt es mehrere Optionen, da ist für jeden etwas dabei

1. Die Simpel-Option: Der Kofferraum

Die mit Abstand einfachste Variante ist es natürlich, seinen Drahtesel einfach in den PKW-Kofferraum zu packen. Sofern man nicht um einen Kleinwagen, einen Sportwagen oder ein ähnliches Fahrzeug ohne wirklichen Kofferraum gehört, ist das bei den allermeisten Autos (relativ) problemlos möglich.
Die einzige Voraussetzung, die selbst bei langen Kombis meistens erfüllt sein muss, ist, dass die Rückenlehne der Rückbank umgelegt wird; bei kleineren Autos vom Schlag eines Polo kann es hingegen sein, dass man die Heckklappe teilweise geöffnet lassen muss.

Vorteile:
• Kostenlos-Lösung. Keine Befestigungssysteme, kein Anbauen zusätzlicher Teile.
• Bei langen Autos, bei denen die Kofferraumklappe trotz Bike geschlossen bleibt, keine zusätzliche Wind-Angriffsfläche (Kraftstoffmehrverbrauch).
• Relativ hoher Diebstahlschutz.

Nachteile:
• Meist nur für ein einzelnes Fahrrad wirklich praktikabel. Bei zweien besteht bereits das Risiko von Verhaken und Schäden.
• Ggfs. Verschmutzung des Innenraums und Gefahr von Kratzern etc.
• Meist keine optimale Lösung für Autofahrten, bei denen viel zusätzliches Gepäck transportiert werden soll.

2. Die Komfort-Option: Heckträger

Wer regelmäßig ein oder mehrere Bikes mitführt oder wer es komfortabel will wird sich für einen Fahrradträger entscheiden. Sei es für einen Heckträger (Befestigung an der Heckklappe bzw. mittels Anhängerkupplung) oder für einen Dachträger.
Für den Heckträger mit Montage mittels Hängerkupplung übernimmt diese per Schnellbefestigung die gesamte Last. Dieses System ist mit Zusatz-Rücklichtanlage ausgestattet.

Vorteile:
• Es gibt eine große Auswahl an Fahrradträgern und Montagesystemen.
• Der Kofferraum sowie die Rücksitzbank bleiben frei, sauber und benutzbar.
• Dadurch, dass der Träger recht niedrig sitzt, ist das Montieren der Räder komfortabel und mit geringem Kraftaufwand möglich.
• Das System ist darauf ausgelegt, schnell montiert bzw. demontiert zu werden.
• Keine Erhöhung des Fahrzeugprofils (Brücken, Unterführungen usw.)
• Relativ sicher (kaum Risiken bei scharfen Bremsmanövern etc.)

Nachteile:
• Eine Anhängerkupplung muss zwingend vorhanden sein – sie kostet samt Einbau gut und gerne 500 Euro.
• Relativ geringer Diebstahlschutz.
• Bei einigen preiswerten Ausführungen kein Zugang zur Kofferraumklappe bei montierten Bikes.
• Sicht nach hinten wird eingeschränkt.
• Das Fahrzeugheck wird länger (Achtung beim Rangieren).
Zudem verstärken sich die Nachteile teilweise nochmals, falls man auf Träger für vier Räder setzt.

3. Die Kompromiss-Lösung – der Dachgepäckträger

Wie der Name verrät, werden hier die Räder auf dem Dach des Fahrzeugs montiert – auf einem Träger, der wiederum mit einem Grundträger mit dem Autodach verbunden ist, bzw. mit einer Dachreling (soweit vorhanden).
Theoretisch kann man vier bis fünf Fahrräder auf diese Weise transportieren. Aus Sicherheitsgründen sollte man jedoch nicht mehr als ca. 35-40 kg zuladen, da das hohe Gewicht bei evtl. erforderlichen Notbremsungen das Trägersystem bzw. die Halterungen überfordern können. Daraus entstehende Schäden an Auto und Bikes können groß sein.

Vorteile:
• Grundfläche des Autos bleibt unverändert; beim Rangieren muss nicht umgedacht werden.
• Freie Sicht nach hinten.
• Kofferraum und Rückbank bleiben frei, sauber und voll zugänglich.
• Preiswerte Lösung.
• Für fast alle PKW machbar.

Nachteile:
• Umständliches Montieren der Fahrräder. Bei hohen Fahrzeugen wie Vans und SUVs kann teilweise gar eine kleine Trittleiter erforderlich sein.
• Person muss kräftig genug sein, um die Räder hochzuwuchten. Dadurch auch immer Gefahr für Beschädigung des Fahrzeugs.
• Räder sind der Witterung ausgesetzt.
• Fahrzeugprofil wird um mindestens die Fahrradhöhe erhöht – auch noch außer Sicht und somit gefährlich bei niedrigen Ästen Tordurchfahrten, Unterführungen und Ähnlichem.

4. Die Van-Variante: Innenraumschienen

Neben den vorher genannten Lösungen gibt es noch eine Speziallösung für Vans, Hochdach-Kombis, Maxivans, größere SUVs und ähnliche Fahrzeuge mit großem Innenraumangebot. Dies sind Trägersysteme, die können im Innenraum von Fahrzeugen montiert werden und ermöglichen dort einen aufrechten Transport der Bikes in Längsrichtung des Fahrzeugs.

Vorteile:
• Vollständiger Transport im Inneraum, dadurch hoher Diebstahlschutz
• Fahrräder sind vor der Witterung geschützt.
• Keine Änderungen in Fahrverhalten, Kraftstoffverbrauch und den äußeren Abmessungen des Fahrzeugs.
• Sicherer als alle anderen Transportvarianten.
• Relativ günstig in der Nachrüstung.
• Komfortables Montieren der Räder.

Nachteile:
• Nur für relativ große Fahrzeuge geeignet, die sowohl in Länge wie Höhe dafür geeignet sind.
• Der Kofferraum wird blockiert, mitunter auch Ausbau der Rückbank notwendig

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