Tipps für Fahrradpendler

Vor einigen Jahren galten Menschen, die ihren täglichen Weg an die Arbeit mit dem Fahrrad bewältigen, als Exoten. Mittlerweile haben jedoch viele die Vorteile dieser Methode erkannt. Denn wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, lebt nicht nur gesund, sondern spart darüber hinaus im Vergleich zu der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen PKW auch jede Menge Geld – und kann darüber hinaus auch noch die Ruhe und die Natur genießen. Damit die Freude am Radfahren möglichst lange erhalten bleibt, sollte man das Eine oder Andere beachten. Hier einige Tipps, die helfen können:

fahrradpendler
Die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit ist gesund und entspannend und bietet darüber hinaus auch noch finanzielle Vorteile

(Foto: Pixabay.com © MabelAmber CCO Public Domain)

Das Fahrrad gegen Diebstahl sichern

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 400.000 Fahrräder gestohlen. Das sind über 1.000 Bikes an jedem einzelnen Tag. Eine erschreckende Bilanz. Genau aus diesem Grund ist es empfehlenswert, entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen.

Am einfachsten funktioniert das, wenn der Arbeitgeber auf dem Betriebsgelände einen absperrbaren Raum zur Verfügung stellt. Leider ist das aber immer noch die Ausnahme und nicht die Regel. Deshalb sind viele Pendler darauf angewiesen, ihr Fahrrad an einem öffentlichen Fahrradständer abzustellen, die für Fahrraddiebe eine echte Einladung darstellen.

Generell ist von geübten Dieben so gut wie jedes Fahrrad-Schloss zu knacken. Dennoch gilt auch hier: Gelegenheit macht Diebe. Deshalb nehmen sich die Ganoven zunächst jene Schlösser vor, die besonders einfach zu öffnen sind. Die meisten Fahrradschlösser sind mit sogenannten Sicherheitsstufen versehen. Bei renommierten Marken wie Abus, Trelock, Kryptonite oder MasterLock kann man diesen Angaben Vertrauen schenken. Beim Billigschloss vom Diskonter hingegen weniger.

Deshalb empfiehlt es sich, ein Schloss eines Markenherstellers mit einer möglichst hohen Sicherheitsstufe zu kaufen. Ob es sich dabei um ein Ketten-, Falt- oder Bügelschloss handelt, ist von den persönlichen Vorlieben abhängig. Mindestens 60 bis 70 Euro sollten dafür jedenfalls budgetiert werden. Im Vergleich zum Ärger und den Kosten eines gestohlenen Rades immer noch eine geringe Investition.

Fahrraddiebstahlschutz
Fahrraddiebe wollen sich die Arbeit leicht machen. Deshalb lohnt sich die Investition in ein sicheres Schloss.

(Foto: Pixabay.com © edsoncowboy CCO Public Domain)

Zusätzlich empfiehlt es sich, eine entsprechende Diebstahls-Versicherung abzuschließen. Die zahlreichen Vergleichsportale im Internet wie beispielsweise Check24 machen es leicht, aus der Vielzahl unterschiedlicher Angebote das passende zu finden. Die monatlichen Gebühren variieren hier je nach den gebotenen Leistungen der Versicherer sehr stark. Günstige Einstiegstarife beginnen bei Fahrrädern in der Preisklasse um etwa 1.000 Euro jedoch bereits bei unter fünf Euro pro Monat.

Do-it-yourself Fahrradpflege und -Wartung

Wer regelmäßig mit dem Fahrrad fährt, sollte die wichtigsten Wartungs- und Pflegearbeiten selbst durchführen können. Dazu gehört vor allem, den Luftdruck der Reifen zu überprüfen und gegebenenfalls nachzufüllen, die regelmäßige Reinigung und Schmierung der Kette sowie ein Check der Fahrradbeleuchtung.

Wie die Luft im Reifen nachgefüllt wird, ist vor allem von der Art des Ventils abhängig. Bei den gängigen Fahrrädern gibt es drei unterschiedliche Arten von Ventilen. In der Fachsprache werden diese als französisches Ventil, als Autoventil oder als Dunlop Ventil beziehungsweise Blitzventil bezeichnet.
Während das Dunlop-Ventil und das Autoventil in der Regel sehr einfach mit einer entsprechenden Fahrrad-Pumpe aufzupumpen sind, bereitet das französische Ventil manchen Fahrern zu Beginn Schwierigkeiten. Doch im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen, wie das französische Ventil aufgepumpt wird und es handelt sich auch hier um keine Weltraumwissenschaft.

Viele Radfahrer ölen und fetten ihre Kette zwar immer wieder nach, um die Kette vor Beschädigungen zu schützen. Sie vergessen aber darauf, die Kette vorher entsprechend zu reinigen. Das führt dazu, dass sich der Schmutz im Laufe der Zeit immer weiter in die Kette frisst und diese letztlich getauscht werden muss.

Um die Kette zu reinigen, muss diese lediglich mit einem feuchten Lappen oder einem Schwamm von den groben Verschmutzungen befreit werden. Die Kette ist dann gut gereinigt, wenn kein schwarzer Abrieb mehr entsteht, während mit dem Lappen über die Kette gefahren wird.

Finanzielle Vorteile ausnutzen

Viele Fahrradpendler hierzulande wissen gar nicht, dass es in Deutschland neben dem Dienstwagen auch Dienstfahrräder gibt. Das entsprechende Gesetz wurde im Jahr 2012 angepasst und auf Fahrräder ausgeweitet. Durch die sogenannte „1% Regelung“ haben die Finanzbehörden im Jahr 2020 dafür gesorgt, dass das Fahrradleasing sogar noch günstiger wird. Denn dadurch fallen bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils nur noch 25 Prozent der Kosten an.
Um als Mitarbeiter von den Vorteilen des Bikeleasings zu profitieren, muss sich der Arbeitgeber dazu entschließen, dieses Modell in seinem Betrieb anzubieten. Dieser Entschluss erfolgt in den meisten Unternehmen nicht nur, um den eigenen Innovationsgrad zu demonstrieren, sondern vor allem aus finanziellen Gründen. Denn Diensträder sind in der Anschaffung und im Unterhalt wesentlich günstiger als Dienstautos.
Im Gegensatz zum Dienstwagen besteht bei der Auswahl des Dienstrades freie Auswahl und es darf in weiterer Folge auch unbegrenzt privat verwendet werden. Da die Leasingrate über das Einkommen bezahlt wird, wird damit auch das zu versteuernde Bruttoeinkommen gesenkt.
Wenn das Unternehmen aktuell noch nicht die Möglichkeit bietet, das Fahrrad zu leasen, sollten dennoch die anderen Steuervorteile ausgenutzt werden. Die sogenannte Pendlerpauschale gilt nämlich auch nicht nur für den PKW, sondern ebenso für das Fahrrad.
Wer für seinen Arbeitsweg das Fahrrad verwendet, kann in seiner Einkommensteuererklärung seine Fahrten unter den Werbungskosten anführen. Pro Kilometer werden in diesem Fall 30 Cent berechnet. Bei einem Arbeitsweg von 5 Kilometern ergibt das bei zwei täglichen Fahrten an rund 200 Arbeitstagen immerhin 600 Euro.

Den Wetterbericht studieren
Bei der täglichen Fahrt mit dem Fahrrad in die Arbeit ist gute Vorbereitung sehr wichtig. Dazu gehört es, am Vorabend den Wetterbericht für den nächsten Tag zu studieren und sich die entsprechende Kleidung bereitzulegen.
Vor allem eine gute Regenjacke mit einer hohen Wassersäule gehört dabei zur Standardausrüstung. Nicht unterschätzt werden sollte der Fahrtwind in der kälteren Jahreszeit, der dazu führt, dass es auf den Händen während der Fahrt sehr schnell kalt werden kann.
Wer täglich mit dem Rad unterwegs ist, sollte die Hände ohnehin durch die Verwendung von geeigneten Handschuhen schonen. Es empfiehlt sich ein paar ohne Fingerkuppen für die warmen Sommermonate und windabweisende Handschuhe für die kalte Jahreszeit.